Die Everglades, unsere Erfahrung

Nachdem wir eine wunderschöne Zeit in Südwest Florida und speziell in Naples hatten, ging es für uns nun in Richtung Miami. Auf dem Weg von Naples nach Miami folgten wir dem Highway 41 (Tamiami Trail) in östlicher Richtung und erreichten schon nach kurzer Zeit die Everglades. Links und rechts der Straße eröffnete sich uns eine riesige Grasebene. Soweit das Auge reicht, sahen wir nichts außer Mangroven und Palmen. Ein perfekten Rückzugsort für verschiedene Lebewesen, die hier auf oder unter Wasser ihren Lebensraum gefunden haben. Wir möchten euch nun einen kurzen Einblick in diese wundervolle Landschaft geben und unsere Erfahrung mit euch teilen.

Unsere Naples Reisetipps findet ihr hier.

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Welcome to Everglades City

Wissenswertes über die Everglades

Die Everglades sind ein tropisches Marschland mit einer Fläche von 5.667 km². Dieser bis zu 60 km breite Grasfluss reicht im Norden vom Lake Okeechobee bis an die äußerste Südspitze Floridas. Der Fluss an sich ist oft nur wenige Zentimeter tief und als Fluss gar nicht erkennbar. Trotzdem fließt er mit 1 Meter pro Stunde. Einen Großteil des Jahres sind die Everglades mit Wasser überschwemmt, nur Winter trocknen einige Teile aus. Daher nennen die Ureinwohner ihn auch „Pa-hay-okee“ (Fluss aus Gras).

Etwa die Hälfte der Fläche wird heute landwirtschaftlich genutzt, die andere Hälfte dagegen steht unter dem Schutz des Nationalparks. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts dringt der Mensch immer mehr in diesen Lebensraum ein. So wurde u.a. der Caloosahatchee River umgeleitet und angrenzende Städte nutzen die Everglades für ihre Trinkwassergewinnung, so wie Miami.

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Die Everglades erstrecken sich fast komplett von Ost nach West

Heute schützt der Nationalpark nur den südlichen Teil der Everglades, der sich auf etwa 20 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete beschränkt. Die einzige Straße in den Park führt von Florida City nach Flamingo. Bis auf das Besucherzentrum und einigen kleinen Einrichtungen hat dieser Teil der Everglades seine Ursprünglichkeit behalten.

Im Park gibt es mehrere ausgebaute Wege, von dem man Tiere und Landschaft wunderbar beobachten kann. Der wohl bekannteste dürfte der Shark Valley sein. Er zweigt etwa 35 km vor Miami vom Tamiami Trail in südlicher Richtung ab. Entlang des Pfades können Alligatoren, Schildkröten, Fische und diverse Vogelarten beobachtet werden. Ansonst sind die Everglades das perfekte Rückzugsgebiet für diverse Lebewesen. Neben den bereits oben genannten Tieren, kommen hier auch Waschbären, Schwarzbären, Schlangen, Seekühe (Manatees), Pumas, Haie, Krokodile und viele weitere Tiere vor. Hier sind auch die einzigen wildlebenden Flamingos in den USA anzutreffen.

Everglades Touren

Knapp 45 min nach unserer Abfahrt aus Naples, erreichten wir bereits den Abzweig, der uns nach Everglades City brachte. Die Stadt, die sich selbst als „das Tor zu den Ten Thousand Islands“ bezeichnet, ist stark vom Tourismus geprägt. Hier dreht sich alles um die Everglades und Airboat Touren. Das diese Touren nicht gerade ökologisch sind, steht außer Frage. Mit Geschwindigkeiten von teils über 50 km/h rasen die Airboat’s durch die teils engen Mangroven Wälder.

Bereits vor unserer Abreise aus Naples, erkundigten wir uns nach der für uns besten Tour. Von unserem B&B Lemon Tree Inn wurde uns die Tour mit Captain Jack’s empfohlen. Captain Jack gehört zu den größten Airboat Tourenanbietern in den westlichen Everglades. Vor Ort hat man dann die Qual der Wahl, sich zwischen den verschiedenen Touren zu entscheiden. Neben der einfachen Airboat Tour durch die Mangroven, werden auch verschiedene Kombi Touren angeboten. Für 94,64 $ etwa, kann man eine sogenannte Everglades Combo Tour buchen, in der die typische Mangroven Airboat Tour, eine Grasland Airboat Tour, eine Swamp Buggy Tour und eine Alligator Show enthalten ist.

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Wir buchten die einfache Mangroven Airboat Tour für 41,99 $. Sparen könnt ihr in dem ihr euer Ticket vorab Online kauft. Mit dem Code WEBJACK spart ihr je nach Ticket zwischen 2,50 $ und 10,00 $ pro Buchung. In vielen Hotels oder Informationsbüros bekommt ihr zudem Zeitungen oder Informationsbroschüren, in denen ihr verschiedene Rabattcoupons findet. Vergleicht am besten selbst, welcher Anbieter euch am meisten zusagt.

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Die Mangroven Tour

Nach unserer Ankunft bei Captain Jack’s in Everglades City, mussten wir vorab noch eine Abtretungserklärung ausfüllen, dass wir uns der möglichen Gefahr bei Airboat Fahrten bewusst wären. Bevor wir schlussendlich auf unser Airboat steigen konnten, hatten wir noch die Möglichkeit ein paar Fotos mit einem Baby Alligator zu machen.

Die Fahrt führte uns zuerst in den „Hafen“ von Everglades City. Hier folgte schon die erste Überraschung. Im Hafenbecken schwamm ein Hai, sogar ein recht großes Exemplar, der hier auf Nahrungssuche ging.

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Recht selten trifft man hier Haie an

Haie sind in den Everglades keine Seltenheit. Wenn das Wasser in den Everglades salzhaltig genug ist, dringen sie aus dem Golf in die Everglades, da sie hier reichlich Nahrung finden. Gleichzeitig wird den Alligatoren das Wasser zu salzig und sie wandern in nördlichere Regionen ab. Erst wenn die Gewässer wieder an Salz verlieren, kehren die Alligatoren zurück. Leider sahen wir auf unserer Tour keine Alligatoren.

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Leider sahen wir auf dieser Tour keinen Alligator, das Foto entstand auf einer früheren Tour

Nach dem wir den Hai entdeckten, konnten wir auch eine kleine Gruppe Manatees beobachten. Fast schon spielend schwamm die Herde durch den Hafen. Auf der Suche nach Nahrung, tauchten die Seekühe immer wieder auf um Luft zu hohlen. Es war eine wirkliche Freude die Manatee Familie zu beobachten.

Nach diesen zwei schönen Erlebnissen, ging es nun in die Mangroven Wälder. Erst etwas langsam, später dann sehr zügig, fuhren wir tiefer in die Wälder rein. Neben vielen Welsen im Wasser, sahen wir noch einen kleine Gruppe Waschbären, die sich sehr für uns zu interessieren schien. 

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Eine wunderschöne Landschaft …
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… und ein Rückzugsort für viele Lebewesen

Anschließend ließ unser Captain noch etwas die Muskeln spielen und wir rasten mit tosendem Lärm davon. Aus der anfangs ruhigen Fahrt, wurde nun eine richtig action-geladene Bootstour. Mit hohem Tempo fuhren wir durch die Flussarme, die sich durch die Mangroven schlängelten.

Fazit

Uns hat die Tour sehr viel Spaß bereit. Auch wenn wir keine Alligatoren gesehen haben, war die Tour dennoch sehr lohnenswert. Wir sahen einige wildlebende Tiere und hatte eine rasante Fahrt. Dennoch muss man leider sagen, dass diese Art von Touren für die Everglades besonders schädlich ist. Der ohrenbetäubende Lärm der Propeller und die rasende Fahrt mögen für uns vielleicht Spaß gemacht haben, aber für die Umwelt und die dort lebenden Tiere ist diese Art von Tourismus einfach nur schädlich. Sollten wir beim nächsten Mal erneut in den Everglades zu Gast sein, würden wir definitiv eine Kajak Tour bevorzugen. Hier hat man die Möglichkeit, tief in die Everglades abzutauchen und die wahre Schönheit der Tier -und Pflanzenwelt zu erkunden.


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