Ozeaneum und Meeresmusem in Stralsund

In der Hansestadt Stralsund spielte das Thema Wasser schon immer eine große Bedeutung. Die Stadt vor den Toren Rügens ist von Wasser nur so umgeben. Was liegt da näher als dort, wo Mensch und Meer aufeinander treffen, ein Meeresmuseum und Ozeaneum zu erbauen. Vor unserer Weiterreise auf die Insel Rügen, statteten wir der Altstadt von Stralsund und dem Ozeaneum einen Besuch ab.

Ozeaneum Stralsund
Das Ozeaneum am Hafen vom Stralsund

Das Ozeaneum

Das Ozeaneum liegt zentral auf der Hafeninsel, unweit der Gorch Fock 1. Parkplätze sind im angrenzenden Parkhaus, nahe des Stadthafens reichlich vorhanden. Unser Weg führt uns entlang des Fährkanals über die Klappbrücke am Querkanal bis hin zum Ozeaneum. Unzählige Fischrestaurants sowohl zu Land als auch zu Wasser laden zum Verweilen ein.

Gorch Fock 1 Stralsund
Die wunderschöne Gorch Fock 1

Seit der Eröffnung im Juli 2008 strömten bereits mehr als sechs Millionen Besucher in das Naturkundemuseum. Der Eintritt zum Ozeaneum beträgt 17,00 €. Ein Kombiticket für Meeresmuseum und Ozeaneum ist für 23,00 € an den Kassen oder Online zu bekommen.

Nach dem wir die Tickets gekauft haben, führte uns die Rolltreppe bis in die oberste Ebene wo der Rundgang beginnt. Eine orangefarbene Linie führt die Besucher durch das Museum, der wir auch folgten.

Gebäudeplan Ozeaneum
Gebäudeplan © Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Der Rundgang beginnt mit der Ausstellung zum Thema Weltmeere. Diverse Tafeln informieren uns über Plattentektonik und wie Winde, Ströme und Wasserbildung in Zusammenhang stehen. Beleuchtete Schaukästen zeigen uns den Artenreichtum der Meere.

Während der erste Raum noch viel Theorie und Wissen vermittelte, geht es nun eine Ebene tiefer speziell um die Ostsee. Hier erfahren wir viel über Dünen und deren Bedeutung und die Boddengewässer, die ein inneres Küstenwasser sind. Sehr interessant fanden wir das knurren der Dorsche. In diesem Raum sind zudem Fossilien und präparierte Tiere ausgestellt.

Ozeaneum Ausstellung
Eine von vielen, sehr anschaulich dargestellten Schaukästen / Szenen

Im folgenden Raum sehen wir den ersten Aquarienbereich des Ozeaneums, die Ostsee. Sehr anschaulich werden hier verschiedene Lebensräume, wie etwa das Hafengebiet, Boddengewässer Freiwasser und viele mehr dargestellt. Von großen Hechten im Bodden bis hin zu Schollen und Dorschen im Freiwasser, werden hier die Fische in ihren verschiedenen Lebensräumen gezeigt. Die Aquarien sind wie wir finden liebevoll gestaltet und geben einen tollen Einblick in die Unterwasserwelt der Ostseegewässer und deren Bewohner.

Ozeaneum Ausstellung Aquarium
Ein Zander wartet im „Hafengebiet“ auf seine Nahrung

Wir verlassen den Aquarium Bereich der Ostsee und gelangen in die Ausstellung Erforschung und Nutzung der Meere. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dem WWF und anderen Partnern entstanden. Sehr anschaulich werden Methoden der Fischfangindustrie und die damit einhergehende Überfischung der Meere gezeigt. Daneben informieren uns auch über die Themen Umweltverschmutzung und Schifffahrt auf den Weltmeeren.

Ozeaneum Ausstellung Nutzung der Meere
© Johannes-Maria Schlorke/Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Nachdem wir unser Wissen zum Thema nachhaltige Fischerei aufgefrischt haben, folgten wir dem Rundgang und gelangten in den Ausstellungsbereich Nordsee und Nordatlantik. In kleinen Becken entdecken wir u.a Seepferdchen. Im Brandungsbecken wird jede Minute eine Welle erzeugt. Besonders schön fanden wir den Aquarium Tunnel. Hier hat man das Gefühl, unter den Fischen zu sein. Nachdem wir den Tunnel hinter uns gelassen haben, blicken wir nun auf das größte Aquarium im Ozeaneum. Von zwei Ebene hat man einen guten Einblick in die Unterwasserwelt „Offener Atlantik“. Neben Makrelen und verschiedenen Rochen, lebt auch ein Sandtigerhai in diesem Becken. Leider hielt sich der Hai die meiste Zeit versteckt und kam nur selten raus.

Ozeaneum Ausstellung offener Atlanik
„Der offene Atlantik“ © Christian Howe/Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Ozeaneum Ausstellung offener Atlantik
Sandtigerhai Niki © Johannes-Maria Schlorke/Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Draußen auf der Terrasse leben dagegen sehr aufgeweckte Tiere. Die Humboldt-Pinguine haben hier ihr Revier und sind sehr verspielt. Neugierig schauen die Tiere durch die Glasscheibe oder erproben sich beim Kopfsprung in das kühle Nass.

Ozeaneum Pinguine
Sehr niedlich anzusehen waren …
Ozeaneum Pinguine
… die Pinguine auf der Dachterasse

Zum Abschluss der Tour gibt es noch einmal ein großes Highlight zu entdecken. In Zusammenarbeit mit der Organisation Greenpeace wurde die Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“ entwickelt und umgesetzt. In dem 20 Meter hohen Raum schweben original große Wal-Modelle, darunter ein 26 Meter großer Blauwal, ein 16 Meter großes Buckelwalweibchen mit ihrem Jungtier, ein 10 Meter großer Schwertwal und ein 15 Meter großer Pottwal der mit einem Riesenkalmar kämpft. Daneben ist noch ein Manta Rochen und ein Mondfisch zu sehen. Mehrmals pro Stunden „erwecken“ die Riesen zum Leben. In der Nebensaison wird die Multimediashow zweimal in der Stunde, in der Hauptsaison dreimal in der Stunde angeboten. Ein sehr schöner Abschluss wie wir fanden. Die Rufe der Tiere die aus den Lautsprechern erklingen, verleihen einem ein Gänsehaut Moment, als wäre man hautnah dabei.

1:1 Riesen der Meere Ozeaneum
© Johannes-Maria Schlorke/Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Wir fanden den Besuch im Ozeaneum sehr lohnenswert. Das Ozeaneum ist kein klassisches Aquarium, wie man vielleicht anfangs vermuten könnte. Viel Wert wird auf die Wissensvermittlung und den Umgang mit den Weltmeeren gelegt.

Mehr Information zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und aktuellen Informationen findet ihr auf der Webseite des Ozeaneums https://www.ozeaneum.de/.

Das Meeresmuseum

Nach dem wir das Ozeaneum bei unserem Besuch im April kennengelernt haben, machten wir uns nun auf, das Meeresmuseum zu besuchen. Ende September waren wir mit unserem Wohnwagen auf Rügen. An einem kalten, regnerischen Tag fuhren wir nach Stralsund und besuchten das Meeresmuseum.

Meeresmuseum Stralsund Kloster
Das ehemalige Kloster dient heute als Museum
© Johannes-Maria Schlorke/Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Das Museum befindet sich im alten Katharinen Kloster und das schon seit dem Jahr 1951. Im Gegensatz zum Ozeaneum, in dem wir vorwiegend auf einer Reise durch die nördlichen Meere waren, zeigt das Meeresmuseum die Aquarien der Mittelmeer- und Tropenregionen. Viel Wert wird auf die theoretische Wissen Vermittlung gelegt. Ergänzt wird diese mit praktischen Beispielen in unzähligen Schaukästen.

Meeresmuseum Fischkonsum

Direkt am Anfang des Rundgangs geht es um Meereskunde und Meeresbiologie. Schiffsmodelle und kleine Aquarien werden hier gezeigt. In der Mitte des Saals befindet sich eine etwa fünf Meter hohe Nachbildung eines Korallenriffs. Alle 20 Minuten wird hier ein der Tagesablauf im Riff simuliert.

Beeindruckend und sogleich erschreckend fanden wir die Thematisierung „Verschmutzung der Meere“. Erst wenn wir uns die Folgen der Umweltverschmutzung vor Auge halten begreifen wir, was wir unserer Umwelt antun. In einem Schaukasten verendet ein Delfin in einem alten Fischernetz und die „Müllhalde“ gibt uns einen Einblick, wie lange unser Müll im Meer treibt, bevor er restlos zersetzt ist. Einfach nur erschreckend!

Weiter geht es für uns in den alten Chor der Kirche. Vor uns erstreckt sich das Skelett eines 15 Meter langen Finnwals. Der Riese wog annährend 10 Tonnen und ist vor knapp 200 Jahren hier auf der Insel Rügen gestrandet. Daneben befindet sich das Skelett eines kleineren Exemplars. Der Entenwal strandete 1993 auf der Insel Hiddensee und war etwa 8 Meter lang und wog 5,8 Tonnen.

Meeresmuseum Skelett Finnwal
Der Skelett eines Finnwals, wirklich sehr beeindruckend

Sehr anschaulich werden die unterschiedlichen Fangtechniken, wie Ringwaden- oder Schleppnetzfischerei in der Hochseefischerei dargestellt. In diversen Schaukästen bekamen wir zudem einen sehr schönen Einblick, mit welchen Schiffen die ehemalige DDR-Hochseefischerei unterwegs war.

Meeresmuseum Fangtechniken
Meeresmuseum Fischereiflotte DDR

Über Treppen gelangten wir eine Etage höher. Hier empfängt uns das das alte Strandboot „Erika“. Hier dreht sich alles um die Geschichte der Fischerei und die verschiedenen Fangtechniken.

Meeresmuseum Fischerboot Erika
Ein Relikt aus vergangenen Zeiten …
Meeresmuseum Fischerboot Erika
… das Fischerboot Erika

Die zweite Etage widmet sich der Ausstellung „Der Mensch und das Meer“. In den zumeist älteren Schaukästen finden wir sowohl Modelle, als auch präparierte Tiere. Zu sehen sind hier u.a ein Hammerhai, Mondfische und auch eine Lederschildkröten. Sehr interessant fanden wir auch die Präparate von einer Riesenkrabbe. Zudem bekamen wir viele Information zu Muscheln, Schnecken, Algen und diversen Fischarten.

Meeresmusem großer Saal
Das obere Stockwerk widmet sich ganz dem Thema „Der Mensch und das Meer“
© Johannes-Maria Schlorke/Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Über eine Treppe gelangen wir in den Tiefseesaal. Hier dreht sich alles, was unter einer Tiefe von 1000 Metern geschieht. Die Tiefsee ist der größte Lebensraum unserer Erde, erforscht ist sie aber kaum. Gerade mal 1 Prozent der Tiefsee wurden bereits erforscht. Wer hier überleben will ist ein wahrer Meister der Überlebenskunst. Jeder der hier lebenden Tiere hat sich an die Dunkelheit und das eiskalte Wasser angepasst. Im Meeresmuseum gibt es u.a. Kaltwasserkorallen und Leuchtbakterien zu bestaunen. Das lebensgroße Präparat eines Höllen-Vampirs fanden wir sehr beeindruckend.

Aquarium Fische
Hallo ihr 🙂

Von den tiefen der Weltmeere geht es jetzt in deutlich freundliche und farbenfrohere Gebiete. Im Mittelmeer-Aquarium begrüßt uns u.a. eine Muräne mit ihrem gespenstischen Blick. In den sich anschließenden Tropenaquarien bestaunen wir neben Seepferdchen, auch die kleine aufgeweckten Anemonenfische (Nemos).

Meeresmuseum Aquarium Tropen
Die farbenfrohen Mittelmeer Aquarien
Meeresmuseum Aquarium Nemo
Die Anemonenfische sind immer schön anzusehen

Langsam aber sicher neigt sich unser Rundgang dem Ende entgegen. Wir passieren noch ein großes Becken. In dem 350 000-Liter-Aquarium leben neben einem kleinen Hai, auch mehrere prachtvolle Schildkröten. Wir bestaunen diese fabelhaften Lebewesen und müssen leider feststellen, dass der Rundgang hiermit zu Ende geht.

Meeresmuseum Schildkröten
Meeresmuseum Schildkröten
Wunderschön diese Tiere einfach!

Uns hat die Ausstellung sehr gut gefallen. Die vielen praktischen Schautafeln und Schaukäste gaben uns einen sehr guten Eindruck und vermitteln uns viel Wissen über das Meer und seine Bewohner. Ozeaneum und Meeresmuseum ergänzen sich perfekt und sollten daher auch zusammen besucht werden.

Mehr Information zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und aktuellen Informationen findet ihr auf der Webseite des Meeresmuseum https://www.meeresmuseum.de/.

Extra Tipp Altstadt Stralsund

Nach unserem Besuch im Ozeaneum statteten wir der Altstadt von Stralsund noch einen Besuch ab. Nach einer Stärkung, verließen wir die Hafeninsel und folgten der Heilgeiststraße Richtung Altstadt.

Aussicht Stralsund
Aussicht auf die Hansestadt vom Ozeaneum

In der Ossenreyerstraße findet ihr viele Modegeschäfte der bekannten Marken und diverse Cafés die zum Verweilen einladen.

Highlight der Altstadt ist der Alte Markt mit der angrenzenden Nikolaikirche und dem Rathaus. Der Alte Markt markiert den Mittelpunkt der historischen Altstadt, die seit 2002 zum UNESCO-Welterbe gehört.

Stralsund Rathaus

Seit dem 13. Jahrhundert dient der Ort als Markt-, Versammlungs- und Gerichtsplatz. Noch heute erfreut sich der Marktplatz großer Beliebtheit. Viele schöne Cafés und bunte Fachwerkhäuser befinden sich hier. Perfekt um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Die St.-Nikolai-Kirche ist ein weiteres Highlight in der Altstadt. Die alte Backsteinkirche wurde im Jahre 1276 erstmals urkundlich erwähnt. Besonders schön ist der westliche Haupteingang, den man vom Rathaus durch den Buttergang kommend betritt.

St. Nikolai Kirche Stralsund
St. Nikolai Kirche

Wir schlenderten noch etwas durch die Gassen der Altstadt und begaben uns anschließend auf direktem Weg auf die Insel Rügen.


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